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Rupert Mayer – Mit Herz und Hand für München

Pater-Rupert-Mayer-Stiftung, 01.02.2020

Wie sah Ihr erster Kontakt zum Vermächtnis Rupert Mayers aus?

Bauer:
 Ich war zu Anfang meiner Laufbahn in St. Bonifaz. Dort gab es in den ersten Jahren sonntags einen Gottesdienst, der am Hauptbahnhof abgehalten wurde. Dieser wurde in den 20er Jahren von Rupert Mayer ins Leben gerufen. Einerseits dachte ich mir damals: „Uff, noch ein Sonntagsgottesdienst.“ Andererseits wurde mir schnell klar, was hinter dieser nicht alltäglichen Idee stand. Der Pater wollte die Menschen dort ansprechen, wo sie anzutreffen waren. Mir wurde schnell bewusst, wie besonders dieser Mensch war. 


Was macht in Ihren Augen diese Besonderheit aus?

Bauer:
 Als Kriegsversehrter und Vorsitzender der Marianischen Männer-Kongregation prägte der Pater viele Menschen. Stets machte er deutlich: „Ich bin einer von euch!“ Ab 1922 engagierte er sich für die Münchner Caritas, ging sogar selbst mit der Sammelbüchse herum. Dabei folgte er immer seiner Maxime: das Wichtigste ist, direkt mit den Menschen zu sprechen.


Bewies der Pater diese Geisteshaltung auch im Widerstand gegen den Nationalsozialismus?

Bauer: Richtig. Er scheute nie das offene Wort, auch nicht bei politischen Anlässen. Den berühmten Ausspruch: „Doch ich sage Ihnen, ein Katholik kann kein Nationalsozialist sein!“ tat er auf einer Veranstaltung der NSDAP. An dieser mutigen Art politischer Beteiligung können wir uns ein Beispiel nehmen. Er prangerte die Verbrechen des Nazi-Regimes trotz Redeverbots öffentlich an. Nach der Weigerung, seine Seelsorge zu beenden, wurde er mehrere Monate ins Konzentrationslager Sachsenhausen verbannt. Erst auf Intervention von Kardinal Faulhaber wurde Rupert Mayer nach Ettal gebracht, wo er bis zum Kriegsende in Klosterhaft war.


Wie ging es danach weiter?

Bauer:
 Der Pater nahm umgehend seine Tätigkeit in München wieder auf, aber die Haft und besonders die Isolation hatten ihn sehr mitgenommen. Am 1. November 1945 erlitt er während eines Gottesdienstes einen Schlaganfall, an dessen Folgen er verstarb.
Für mich ist klar, dass Rupert Mayer den Glauben nicht als Vertröstung aufs Jenseits sah, sondern als Hoffnung für heute. Er musste in seinem Leben viel durchmachen, und doch bestärkte ihn das in seiner Überzeugung. Dafür wurde er seliggesprochen.


Was können wir uns heute an Rupert Mayer zum Vorbild nehmen?

Bauer:
 Gerade in der jetzigen Situation ist es wichtig, dass wir uns an seine Maxime erinnern. Der Pater kam damals nach München, um Zuwanderern beizustehen. Diese Thematik beschäftigt uns jetzt wieder. Und wie er, müssen wir erkennen, dass diese Menschen kein Schaden sind, sondern Begleitung brauchen. Dann kann ein gegenseitiger Nutzen für beide Seiten entstehen. Außerdem gibt es viele Notleidende in München. Diesen müssen wir beistehen. Pater Rupert Mayer hat uns ein Mandat hinterlassen, das wir als Caritas und mit der Stiftung erfüllen: „Geht zu den Menschen und kümmert euch um unsere Stadt München.“

 

Pater-Rupert-Mayer-Stiftung

Die Stiftung wurde anlässlich der Seligsprechung von Pater Rupert Mayer im Jahr 1987 gegründet. Sie fördert die sozial-caritative Arbeit in der Erzdiözese München und Freising mit dem Ziel die Lebenssituation von hilfsbedürftigen Menschen zu verbessern.

Falls auch Sie helfen möchten:

Pater-Rupert-Mayer-Stiftung
Hirtenstr. 4
80335 München
Tel: 089-55169572

www.pater-rupert-mayer-stiftung.de
                      

Bankverbindung: LIGA Bank
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von Daniel Gummert